von Cassy am 25.09.2008, 13:40
Alt-klassisch ist vielleicht irreführend...
Eine "Neue" Reitweise ist es auch nicht.
Es ist die schule der alten Reitmeister, also La Gueriniére und Baucher - also die Art auf die eigentlich auf die FN sich beruft.
Nur das mit der zeit viel an altem Wissen verändert wurde und mit der zeit angepasst wurde.
Die klassische Reitweise arbeitet nach den alten Grundsätzen, ist heute gut zu vergleichen mit der Farnzösischen Reiterei. Es gibt ein paar Abzweigungen wie z.B. Barockreiten, oder die Spanische reitweise - welche jedoch teils nicht ganz nach diesen Grundsätzen arbeiten.
Phillipe Karl ist wohl einer der bekanntesten dieser Reitweise, er war lange Jahre Mitglied des Cadre Noir in Frankreich. Bent Branderup arbeitet schon auch in die Richtung, jedoch eher in der Sparte Barock, also auch ein bißchen in die Modeecke mit Barocksätteln usw.
Letztlich ist die Reine lehre der klassischen Reitkunst nichts Neues, es gibt nur immer mehr Reiter, die wieder zu den Ursprüngen und einer feinen Art zu reiten zurück möchten, ganz ohne Leistungsdruck und Sportambitionen wo eben oft die Pferde die Verlierer sind.
Wenn man alte Bücher der FN liest, sind die Unterschiede kaum zu merken. Heutzutage liegen doch einige Dinge dazwischen, die nicht mehr vereinbar sind.
Aber das ist eine Einstellungssache, die schon dabei anfängt ob man Reiten als Sport oder eben als Kunst versteht.
Wenn man es als Kunst ansieht, ist lebenslange Arbeit und Liebe und Gefühl für das Lebewesen vonnöten, sportlicher Ehrgeiz hat dann nichts zu melden. Ebenso zählt dann Leistung nicht mehr, und Selbstkritik und ´Bescheidenheit sind Grundvoraussetzungen für diese Art und Weise zu reiten.
Es ist sicherlich eine feine und ganz schöne Art zu reiten und auch mit einem Pferd umzugehen, und sicherlich keine Modeerscheinung. Darum halte ich persönlich von BB nicht so viel, auch wenn keiner an seiner Fähigkeit im Umgang mit Pferden und seinem Können zweifeln sollte, aber er ist mir zu unecht, zu aufgesetzt.
LG cassy