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Pferd hat mich angegriffen

Alternative Ausbildungsmethoden und Problempferde.

Pferd hat mich angegriffen


Pferd hat mich angegriffen

Beitragvon Purgatori am 09.01.2018, 11:51

Hallo ihr Lieben, ich habe pferdepädagogisch massiv Schiffbruch erlitten und brauche Rat. Wer mich nicht kennt: ich besitze seit 4 Jahren ein mittlerweile 9-jährigen Reitponymix namens Montoja, den ich im Grunde als Korrekturpferd gekauft habe und seitdem (wie ich dachte) ganz gut auf Spur bekommen habe, zumindest in der Dressur. Schwierig war er immer, sehr bossy, sehr jähzornig, aber auch klug und sensibel, toll zu reiten.
Jetzt ist letzen Samstag folgendes passiert: ich war mit der Familie am Stall, weil mein 2-jähriger Sohn gerne mitwollte. Schönes Wetter, meine Superidee: wir machen einen Spaziergang. Dazu muss man sagen, wir waren in der letzten Zeit sehr wenig im Gelände, weil mir oft die Zeit, die Mitreiter oder bei dem Wetter einfach die Lust fehlt. Ich bin mit Montoja am Knotenhalfter gegangen, mein Freund mit meinem Sohn hinterher. Das Pferd war schon zu Beginn des Spaziergangs etwas davon genervt, dass er öfter warten musste, weil der Kleine nicht so schnell war, was sich jedoch verschlimmerte, als die Runde Richtung Stall zurück ging. Die Nervosität stieg auch als wir mehreren Pferden begegneten (das kenn ich so schon von ihm). Als er anfing, an mir vorbei zu drängeln, hab ich ihn energisch auf seinen Platz verwiesen, als es nichts half, ihn mit der Gerte geklapst, da hat er mir schon mit dem Hinterhuf gedroht. Ich habe meinen Freund mit dem Kind weit hinter uns geschickt. Als wir aus dem Wald kamen, war vor uns ca. 200 m ein anderes Pferd, das dort am Strick mit Besi in der Wiese grasen durfte und Montoja hat sich schrecklich aufgeregt und wollte dorthin. Ist am Strick leicht gestiegen, um mich rum getanzt. Meine durchaus energischen Versuche ihn zur Ordnung zu rufen, hat er erst ignoriert, als ich ihn dann nicht losgelassen habe, hat er mich erst mit einem Hinterhuf getreten und kurz drauf mir richtig den Hintern zugedreht und mich gekickt, nicht fest und dank geringem Abstand ohne Folgen, aber gekickt. Als dann 200 m weiter noch ein Hund aus einem Hof gerannt kam, wars vorbei, er hat sich losgerissen und ist nach Hause gerannt. Ich hätte ihn zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon sehr gerne selber losgelassen, aber ich hatte Angst, dass er das Pferd vor uns auf der Strecke aufmischt.
Daraufhin hab ich meine Stallbesitzerinnen angerufen, die mit dem Auto entgegen gefahren sind und ich hab ihn kurz darauf selber wieder eingesammelt, weil er sich in den Strick gewickelt hatte und sich bereitwillig auswickeln ließ. Dann kamen die Besis und eine hat ihn mit Führkette zum Stall gebracht und die andere mich, Kind und Mann mit dem Auto hinterhergefahren. Ende des Albtraums.
Jetzt frage ich mich natürlich viele Dinge: Was tun, was ist schief gelaufen. Da kommen mir schon Zweifel, ob ich mir mit Kind, Job und Pferd nicht zuviel abgebissen habe, was ich jetzt nicht kauen kann. Mehr als 3 mal pro Woche komm ich nicht raus, aber mit meiner sehr engagierten tapferen und gut reitenden RB läuft er eigentlich täglich. Verkaufen kam mir ihn den Sinn, aber ist vom Tisch, ich habe die Verantwortung für ihn übernommen und bin für sein Wohlergehen verantwortlich und das kann ich nicht garantieren, wenn ich ihn verkaufe, speziell mit seinem sehr schwierigen Grundvoraussetzungen (die Vorbesitzer waren schon gescheitert).
Mir ist schon klar, dass speziell hier einige negative Faktoren mitgespielt haben: aufgedrehtes Pferd bei schönem Winterwetter ohne Koppelgang (zur Zeit sind alle etwas durch), lange nicht draußen gewesen, Spaziergänge alleine noch nie sehr entpannt, Kind dabei. Aber dennoch ist die Ursache für so eine Katastrophe ja meistens schon viel früher zu suchen. Ich kann mir vorstellen, dass mich das Muttersein auch etwas verweichlicht hat, ich bin mit ihm sicher zu duldsam gewesen, weil es mir manchmal schwerfällt, im Tonfall zwischen Kind und Pferd hin und her zu schalten. Meine Hufpflegerin, die das Pferd auch schon 4 Jahre kennt, selber eher ein burschikoserer Typ ist, aber viel Erfahrung mit wilden Pferden hat, sagst: konsequent strafen, sprich eine aufstreichen bei jeglicher Drohgebärde (er kickt an der Longe ganz gerne mal aus der Ferne in meine Richtung aus, das habe ich möglicherweise mit Ignorieren falsch behandelt). Ich befürchte aber, dass ich damit nur wieder seinen massiven Dickschädel bzw seinen Jähzorn wecke, er dann dicht macht und keine vernünftige Kommunikation mehr möglich ist.
Eine Lösung ist vielleicht, auf Ausflüge alleine ins Gelände zu verzichten, das ist natürlich eine Vermeidungshaltung, von der ich nicht viel halte, aber meine Gesundheit ist mir dennoch wichtiger. Fakt ist, dass die Korrektur aller Baustellen dieses Pferdes mehr Zeit und Arbeit erfordert, die mir als berufstätige Mutter zur Verfügung steht, aber das geht doch auch jedem so. Ich hab immerhin die letzten vier Jahre das Pferde richtig gut und weit in der Dressur ausgebildet und das macht er sehr gut und sehr gerne, also sind wir auch kein Totalausfall. Dennoch...
Ich bitte um eure Gedanken..
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Re: Pferd hat mich angegriffen

Beitragvon Romeo am 09.01.2018, 12:47

Ich hab leider nicht viel Zeit, daher nur in Kürze, was mir beim Lesen deines Textes eingefallen ist: So kurz nehmen, dass er dich nicht kicken kann, vorher ablongieren...? Und vielleicht auf Spaziergänge mit Pferd und Kind und Freund zunächst verzichten und Pferd alleine mitnehmen....Eine Gerte hattest du dabei?
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Re: Pferd hat mich angegriffen

Beitragvon Purgatori am 09.01.2018, 13:03

Ja, hatte ich mit und hab ihn auch durchaus damit vor die Brust geklapst.
Ja, keine Frage, nächstes mal arbeite ich kurz alleine mit ihm, während mein Freund und mein Sohn die Meerschweinchen streicheln und dann gehen wir ohne Pferd spazieren.
Ablongieren mache ich nie, zum einen, weil eine sinnvolle Longeneinheit für sich steht und danach die Arbeit wieder beendet wird, zum anderen, weil ich versuche, den Zusammenhang Arbeitsbeginn = Halligalli zu vermeiden. Außerdem läuft sich mein Pferd eher heiß, als dass es ruhiger wird.
Manchmal lasse ich ihn in der Halle frei laufen, ob es was hilft, weiß ich nicht.
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Re: Pferd hat mich angegriffen

Beitragvon kolyma am 09.01.2018, 15:15

Hi - also erst einmal tief einatmen....

Mach dir nicht so nen riesigen Kopf. Das war ne Ausnahmesituation und jedem kann sowas mal passieren. Leider lernen wir unsere Pferde in Extremsituationen erst richtig kennen, wenn diese Situationen eintreten. Und das passiert Gott sei Dank ganz selten. Das zeigt einfach wieder einmal sehr deutlich, dass unsere Pferde eben einfach auch Pferde und keine dressierten Hündchen sind. Soweit - so normal.
Es hilft vielleicht auch, sich klar zu machen, dass so etwas immer und überall und mit dem brävsten Pferd passieren kann.
Wie oft belächeln wir die Warnungen unserer RL (mach die Bügel hoch wenn du das Pferd führst, Zügel in zwei Hände nehmen, nie beim Hufe auskratzen hinten rum, usw...) - das sind dann die Situationen, wovor wir gewarnt werden sollten.

Ich glaub sogar, dass du alles soweit richtig gemacht hast. Nur zu langsam. Er hat sich schon zu viel rausgenommen, da war das Maß schon zu voll.
Mir hilfts immer, wenn ich mir sage - den Nero händel ich wie nen Hengst - als wäre er einfach einer. Hab ne Freundin mit Hengst und ihr zuzusehen wie sie damit umgeht hat mir viel geholfen. Weil der tillt ja gerne mal, der Nero ^^.
Da werden vermeidliche Kleinigkeit direkt korrigiert. Mittlerweile reicht da Faust zumachen am Strick und er weiß was Sache ist. Aber solche Erfahrungen hab ich leider schon öfter machen dürfen ^^.
Da wird mir immer gesagt ich bin so streng mit ihm - aber geht halt leider oft nicht anders.

Und ich trau dem Burschi auch nicht über den Weg. Klar, das was Montoja gemacht hat war auch schlichtweg frech. Da kannst du sicher mit Erziehung was hinbiegen. Einfach nicht mehr zwei Augen zudrücken sondern mehr Klarheit, mehr Korrektur und die kleinen Zeichen der beginnenden Revolutiion unterbinden.

Aber unterm Strich würd ich sagen - mach dich bitte nicht so furchtbar fertig. Da sitzt dir jetzt der Schock in den Knochen, das kann ich verstehen. Aber deshalb geht die Welt nicht unter und alles falsch hast du mit Sicherheit auch nicht gemacht! Kopf hoch. Schwamm drüber.
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Re: Pferd hat mich angegriffen

Beitragvon Purgatori am 09.01.2018, 15:48

Danke für deinen Zuspruch, das tut mir wohl. Der Kommentar meiner Mutter war nur: Verkauf das Pferd, du hast dich übernommen, das hat mich getroffen, weil das ja so eine tiefsitzende Angst von mir ist, dass es stimmen könnte und ich nicht genüge. Aber passt natürlich auch, dass es grade die Mutter ist, die noch drauf haut, erzähl mir was von seelischem Ballast :ox
Ich werde auf jeden Fall wieder strenger sein.
Witzigerweise fürchte ich mich jetzt gar nicht vor ihm, traue ihm nicht mehr oder empfinde einen sonstigen Vertrauensverlust, weil ich immer ein Restmisstrauen hatte, sprich bei ihm rechne ich täglich mit Drama.. :roll:
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Re: Pferd hat mich angegriffen

Beitragvon kolyma am 09.01.2018, 16:02

Letztes Jahr im Sommer hatten wir Training auf dem Reitplatz. Nero war furchtbar bockig. Meine Trainerin (die Geitnertrainerin - haben nur Dualaktivierung gemacht - also echt Babykram für Nero) meinte nur: "pass auf dass er dich nicht umrennt oder tritt..."
Sag ich: "der würde mich nie treten!"

Sprachs und Nero keilt in meine Richtung aus und verpasst mich nur um Armeslänge.
Da hatte er auch wieder nen Anfall von völligem Trotz....

Ich hab ihm dann erst mal eine geknallt und ihn mal ne halbe lange Seite rückwärts gerichtet bis der Kopf von selbst runter kam. Dann war die Sache gegessen und man konnte sich plötzlich benehmen.

Du siehst also - du bist nicht alleine. Hätte im Gelände auch passieren können.
Natürlich ist es ein Lebewesen, was man auch mal falsch einschätzen kann. Darf man aber auch nicht zu persönlich nehmen. Er fand mich halt scheiße und ich fand ihn auch scheiße... Finden wir uns halt mal gegenseitig Scheiße. Passt dann auch wieder. Hat sich ja niemand verletzt.
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Re: Pferd hat mich angegriffen

Beitragvon GilianCo am 10.01.2018, 00:29

Fühl Dich erst mal gedrückt. Das ist echt keine schöne Situation, und ich habe vor solchen Erlebnissen auch immer Angst. Weil ich ja auch nie ein Jungpferd ausbilden wollte, und jetzt einen dreieinhalbjährigen im Stall stehen habe. Ganz entgegen meiner eigentlichen Planung...

Ich würde erst mal sagen, wie kolyma auch schon, schön immer an der Schulter bleiben - wie konnte er mit dem Hinterbein Dich treffen? Kam er so weit von Dir weg? Das würde ich als erstes angehen, und wirklich immer an der Schulter bleiben.

Ansonsten - die Sache mit der Konsequenz, das ist echt schwer, manchmal. Aber ich denke, Montoya braucht einfach eine sehr große Gradlinigkeit, und damit verbundene Konsequenz.

Kommen die Pferde momentan GAR NICHT raus? Das ist für mich auch ein NoGo, das würde ich auch immer versuchen, zu ändern. Mein Jungpferd steht seit fast Anfang Dezember, zum Glück benimmt er sich immer noch, und ich will ihn Ende der Woche wieder raus lassen, so jedenfalls der Plan.
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Re: Pferd hat mich angegriffen

Beitragvon Pit am 10.01.2018, 07:54

Ja, da hast du dir eindeutig mehr abgebissen, als du kauen kannst - an diesem einen Tag. Aber es werden wieder andere Tage kommen. Wenn du Montoja behalten willst, hast du noch gut 20 Jahre Zeit - mehr oder weniger - an denen du vieles erleben wirst, was dieses Ereignis weniger wichtig erscheinen lassen wird. Daher erst mal - WUSA! Fühl dich gedrückt.
Nur weil Montoja jetzt mal mit 3:0 vom Platz ging, heißt das noch lange nicht, dass er bis 2038 jede Meisterschaft gewinnen wird...

(Ohmei, wie oft bin ich damals mit der Stute meiner Mutter heulend vom Spazieren Gehen heimgekommen oder wollte unterwegs das Miststück an nen Baum binden und dort stehen lassen und vergessen, dass es sie gibt. Und am Nächsten Tag der Ganzkörpermuskelkater vom Festhalten, damit sie nicht auskommt und ins nächste Auto rennt. Und IMMER im WINTER! )Du bist nicht allein!

Diese Rabauken! :roll:
Es kam aber auch viel zusammen. Winterstimmung. Sonne. Andere Pferde. Pups im Hirn.
Ich hab mir dieses Mit-Pferd-und-Kind(ern)-Spazieren-Gehen auch nach dem ersten Versuch völlig abgeschminkt. Das ist einfach unharmonischer Mist. Der Rhythmus passt NULL zusammen bei uns. Stellt man sich schön vor, ist aber einfach nur ärgerlich und gefährlich. Und jetzt bei Sonnenschein und unausgelastetem Paddock-steh-saurem Pferd überlege ich mir auch allein, ob Spazierengehen da so die richtig gute Idee ist. Auch wenn mans besser über die Bühne kriegt und es nicht ausartet - Pferdezeit sollte doch auch Spaß machen...

Wie würde ich nun reagieren, was wäre mein Rat?

1.
Du hältst nix von Vermeidungsstrategien, willst das Pferd korrigieren und das Thema klären? Dann wirst du in den sauren Apfel beissen und das Problem trainieren müssen. Regelmäßig. Aber ohne Anhang. Vielleicht kannst du ihn noch eine größer werdende Runde Spazierenführen, nachdem du dein übliches Programm aus Reiten oder Longieren abgespult hast? Dann hätte er schon etwas Luft abgelassen, wäre in passender Arbeitsmanier und dadurch leichter händelbar? So könnte Routine einkehren. Vielleicht müsstest du dein Ausrüstung dafür überdenken? Ich greife auch immer zum Knotenhalfter fürs Spazierengehen, aber wenn er dich damit so ausschmieren kann, würde ich zu nem anderen Meinungsverstärker greifen. Trense vielleicht, oder Kappzaum oder Führkette oder so. Damit du ihn besser bei dir behalten kannst, so dass er gar keine Zielrichtung für seine Hinterbeine bekommen kann. Wie die anderen schon schrieben: an der Schulter bleiben....


oder:
2.
Du hast Mutterpflichten und nen Job und grad genug anderen Kram an der Backe. Energie, Zeit und Nerven reichen nicht für alle Fronten. Das ist keine Schande. Man muss sich im Leben seine Kämpfe aussuchen, wenn man siegreich sein möchte. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, du hast noch 20 Jahre mit dem Krawallbruder vor dir. Diesmal bist du mit nem blauen Auge davon gekommen. Gesundheitliche Ausfälle sind grad echt nicht drin?
Vielleicht findest du es gerade wichtiger, ihn in der kurzen Zeit, die du fürs Training aufbringen kannst, anständig zu bewegen. Spazierengehen ist jetzt vielleicht einfach nicht der richtige Weg für euch und er sollte besser in Trab und Galopp seine Runden durch die Bahn ziehen, weil das für Montoja selber grad viel sinnvoller ist?
Dann lass es vorerst sein, das Spazieren gehen. Mit gutem Gewissen. Es kommen wieder andere Zeiten. In denen du mehr Zeit, Kraft und Nerven haben wirst, Montoja gelassener und aufnahmefähiger sein wird und ihr das Thema mit viel weniger Aufwand abarbeiten und festigen könnt. Wenn Pferd für mich grad Auszeit bedeutet und Erholung von dem ganzen anderen Wahnsinn, würd ich mir da jetzt keinen unnötigen Streit vom Zaun brechen wollen. Die Zeit mit dem Pferd genießen ist bei intensiver Korrekturarbeit halt leider nicht wirklich möglich. Und besser keinen Streit provozieren, als dann nicht siegreich daraus hervorgehen.


Was ich NICHT tun würde: Irgendwo zwischen 1 und 2 bleiben und hin und wieder ein bisserl dran rumprobieren. Entweder regelmäßig dran arbeiten, um Routine zu kriegen oder es gänzlich sein lassen (mit "1-gemerkt" im Hinterkopf natürlich).

Ich würd mir ernsthaft überlegen, ob ich die Zeit, Energie und Nerven grad für die Baustelle aufbringen kannst, bevor ich mit 1. loslege. Denn grad herrschen einfach erschwerte winterliche Verhältnisse. Und wenns dann plötzlich schlechtes Wetter gibt, Eisfläche oder alles im Regen absäuft, so dass man nirgendwo mehr gehen kann, muss man Pause machen und fällt in der Routine wieder zurück auf Null.


Pferd besitzen auf Lebenszeit ist ein Marathon, da muss man sich seine Kräfte klug einteilen.
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Re: Pferd hat mich angegriffen

Beitragvon Romeo am 10.01.2018, 11:40

Ich musste grade herzhaft lachen - auch wenn das ja eigentlich nicht zum Thema passt...Pit, du könntest ein Doktor-Sommer-Team für Pferdefragen aufmachen....Hammer....
du hast aber völlig recht und die anderen auch.
Erst mal tief durchatmen...in einiger Zeit wirst du darüber lachen können....und zu Pits Plan ist eigentlich nichts hinzuzufügen! ;o)+
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Re: Pferd hat mich angegriffen

Beitragvon Purgatori am 10.01.2018, 12:08

Ich danke Euch vielmals für Trost und Rat. Pits Pläne klingen beide ganz gut, mir ist auch gerade eingefallen, dass mir eine ehemalige Stallkollegin ihre Führkette vererbt hat, als ihre Stute gestorben ist. Die werde ich gleich mal ausmotten.
Wie er es geschafft hat, sich soweit zu drehen, weiß ich auch nicht. Eigentlich hatte ich ihn kurz am Strick. Ich glaube, er ist zur Seite gehüpft und hat sich dadurch den Abstand geholt. Aber er war nahe genug dran, dass ich nur mit dem Bein, aber nicht mit den Hufen getroffen wurde..deshalb nur ein blauer Fleck, halleluja.
Vielleicht kombiniere ich einfach Longe und Spaziergang, dann ist er schon etwas gearbeitet und der Kappzaum ist schon drauf. Allerdings klingt Pause machen gerade auch sehr verführerisch, wenn ich aber einrechne, dass die Zukunft eher noch stressiger wird, weil ich eigentlich noch ein zweites Kind möchte, mach ich es lieber jetzt. There's no time like the present.. :wink:
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Re: Pferd hat mich angegriffen

Beitragvon Romeo am 10.01.2018, 18:16

Sag ich doch, ablongieren! ;.)
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Re: Pferd hat mich angegriffen

Beitragvon dusty am 11.01.2018, 14:01

Puh, hilft jetzt nicht wirklich...aber wenn man denkt die haben mit 8 ihre Flegeljahre durch kann ich deutlich widersprechen....irgendwie tauchen die nämlich alle 2-5 Jahre aus der Versenkung wieder auf, meist gerade dann wenn man am wenigsten damit rechnet.

Ich liebe mein Pony- aber es ist ein A...lochpferd. der legte sich nämlich besonders gerne mit mir an, wenn ich eh schlecht drauf war. das gab dann manch unschöne Kämpfe, wo ich eigentlich eh keinen Bock drauf hatte- aber wehe der kam damit durch, dann dauerte die Phase unnötig lange.

Ich weiß noch so ne Situation, da wollte ich GECHILLT ausreiten, mit ungesatteltem Pony. An dem Tag hatten wir Besuch von Wanderreitern udn die wollten grade abreiten, als ich auch loswollte. Musste er partout den Affen machen, wollte da hinter her rennen, stieg mich mehrmal an...na ja, ich hab ihn bösartigerweise rückwärtsgescheut und mehrere Tritte vor den Bug verpasst. Erfahrungsgemäß ist es das einzige was ihn dann so schnell runterbringt das es für mich nicht gefährlich wird. Fragt nicht was ich mir da anhören durfte.....wo er sich doch meist als braves Kinderpony präsentiert. meist reicht wenn wenn ich einen Brüller vom Stapel lasse- aber frag nicht was dre ins einen besten zeiten aufstellen konnte.

Hinterhufe am Kopf hatte ich auch mal :)

Und mein 5 jähriger entdeckt gerade das Bocken beim Angaloppieren für sich :) wobei ich jetzt nicht sofort davon ausgehe das was nicht stimmt (obwohl der Chiro nach ihm sehen wird)- sondern- Flegeljahre und Winter, denen fehlt die Koppel wo sie mal richtig rennen können. Ist Offenstall, auch genug Platz, aber so richtig raum für gestreckte Galoppaden ist halt nicht.

Der Hafimix meiner Freundin hat eh ständig Flausen in der Birne, aber zum Glück keine echte gefährlichen Aktionen, aber der schlägt sich gerne mal in die Büsche...
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