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Muskelaufbau, altes Pferd

Diskussionen über das Reiten in der klassischen Disziplin Dressur.

Muskelaufbau, altes Pferd


Muskelaufbau, altes Pferd

Beitragvon Marie♥Camina am 14.01.2018, 21:40

Hallo ihr Lieben,
Ich habe schon gesucht, aber noch nicht das Richtige gefunden.
Meine Stute wird in wenigen Tagen 25 und wir haben letztes Jahr mit dem Reiten wieder angefangen, nachdem ich eine Weile longiert habe. Nun hat sie Spaß dabei und leichte Bewegung tut ihr gut.
Jetzt habe ich das Problem, dass sie beim Longieren leider den Rücken nicht so toll aktiviert, wie unter dem Reiter. Beim Reiten macht sie sich lang und locker, besonders im Trab und wird auch langsam biegsamer. Trotzdem sieht es muskeltechnisch sehr mau aus bei ihr. Sie ist generell sehr, sehr schwerfuttrig und sie bekommt schon einiges an Zusätzen. Eiweißtechnisch ist sie gut versorgt und generell ist ihre Ration durchgerechnet und bedarfsdeckend.
Was kann ich noch tun? Habt ihr Ideen oder selbst Erfahrungen gemacht?
Generell hat sie durch schlechte Erfahrungen von früher ein Problem mit der Anlehnung. Sobald sie nicht leicht und nachgebend ist, wird sie panisch. Das heißt alles mit Hilfszügeln ist ein absolutes NoGo.
Stangenarbeit ist möglich, habe da aber nicht so die Ideen für sinnvolle Kombinationen.
Vielleicht habt ihr ja noch ein paar Ideen. Ich bin so langsam etwas ratlos.
Und ihr Rücken ist schon nicht toll (ehemalige Zuchtstute und super schlecht geritten) und wird immer gesenkter.

Danke schon einmal!
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Re: Muskelaufbau, altes Pferd

Beitragvon Bazinga am 15.01.2018, 21:40

Finde ich persönlich schwierig. Ich kenne zwar Pferde, die mit 25 Jahren noch regelmässig geritten werden, allerdings hat man mit denen gar nie aufgehört. Also man einfach mit dem steigenden Alter abgebaut und weniger/kürzer geritten.
Gerade wenn der Rücken nicht ideal ist wäre ich mit reiten sehr vorsichtig. Wenn sie schon jetzt wenig bez. keine Reserven hat, wird Muskelaufbau doppelt schwierig.
Wie lange hat das Pferd jetzt nicht viel gemacht? Gibt es einen speziellen Grund warum das Pferd jetzt wieder geritten werden soll?

Zum Vergleich: Das wäre wie wenn der Opa mit knapp 80jährig wieder anfängt ins Fitnesstraining zu gehen... 8)
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Re: Muskelaufbau, altes Pferd

Beitragvon Marie♥Camina am 15.01.2018, 22:11

Das Problem war bei mir die Zeit. Daher wollte ich sie nicht immer nur ab und zu reiten und hab deshalb mir mal longiert. Sie wurde insgesamt ca. 9 Monate gar nicht geritten. Davor auch nur sporadisch
Sinn der Sache ist nur, dass sie nur beim Reiten den Rücken aufwölbt und wieder richtig Spaß entwickelt. Ich polstere nun schon extra, da ich ja weiß, dass es nicht perfekt ist, aber sie hat einfach Spaß dran und das schaffe ich weder so mit Spazierengehen noch mit Longieren.
Außerdem habe ich das Gefühl, dass sie mehr abbaut, wenn sie das Gefühl hat nicht mehr gebraucht zu haben.
Vorher sah sie jetzt auch nicht toll aus. Sie wurde lange schlecht geritten und hat dadurch einfach eine unheimliche Muskelatrophie. Selbst durch regelmäßiges Training wurde es früher nicht viel besser, jedoch lief sie immer geschmeidig und gut. Also das bisschen was noch da ist, hat immer effizient und gut gearbeitet. Sie hat auch keine Rückenschmerzen, weder beim Putzen noch beim Aufsteigen.
Im Sommer sieht sie außerdem immer besser aus, da 24 h Wiese. Es geht mir jetzt wirklich um die Zeit im Winter, wo sie eben immer so abbaut und ich das einfach nur etwas eindämmen möchte
Schlage nich ja auch ständig mit der Frage rum ob reiten so toll ist. Wenn Sie dann aber wieder geschmeidig und fleißig im Trab läuft und im Galopp ihren Spaß hat, dann denke ich doch, dass es ihr gut tut.
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Re: Muskelaufbau, altes Pferd

Beitragvon GilianCo am 19.01.2018, 01:09

Ich denke, ich würde, je nachdem, wie gut sie ausgebildet ist, mit ihr Handarbeit machen, und ggf. auch Langzügelarbeit dazu nehmen. Damit kann man wirklich viel machen, den Rücken aufbauen, und das ohne Reitergewicht auf dem Rücken.

Idealerweise zunächst mit Unterricht - der zugegebenerweise schwer zu finden ist. Aber mit dieser Art von Arbeit halte ich meinen Senior auch schon lange fit - und der hatte ja vor dreineinhalb Jahren auch eine gesundheitsbedingte Pause (Kolik OP), wo kein Training möglich war. Es ist tatsächlich deutlich schwerer, ein älteres Pferd wieder aufzubauen, weil dieses eben tatsächlich langsamer und schlechter Muskeln wieder aufbaut. Bis zu einem gewissen Rahmen ist es aber möglich.
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Re: Muskelaufbau, altes Pferd

Beitragvon dusty am 19.01.2018, 10:49

Schlichtes Cavalettitraining lässt den Rücken auch schön arbeiten und besondere Ideen braucht es dazu auch nicht....man kann sie im Kreis aufbauen oder auch quasi über den ganzen Reitplatz longieren. Für die Galopparbeit kann man ebenfalls Cavalettis in Reihe legen.
By the way- die Pferde die ich kenne die ernsthafte Probleme mit korrekt verschnallten HZ haben, sind verschwindend gering, und ich habe mit sehr vielen Pferden gearbeitet. Wenn, dann war es dann zu 95 % ein Problem ind er Halswirbelsäule (Arthrose).
Ansonsten kann ein Pferd nur dann echte Probleme mit der Anlehnung haben, wenn diese mit harter hand erzwungen wird oder eben mit starren Ausbindern die falsch verschnallt sind.
Anlehnung entsteht durch Dehnung...und Schwung der über die gesamte Oberlinie fliesst.
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Re: Muskelaufbau, altes Pferd

Beitragvon Marie♥Camina am 20.01.2018, 18:34

Ja Cavalettis haben wir leider nur eins. Aber da kann ich ja mit Stangen variieren. Meine Stute wird da leder nur sehr schnell eilig. Aber das kann man ja in den Griff bekommen.
Das Problem mit HZ bei ihr ist, dass ich a. absolut nicht dahinter stehe und mich daher damit auskenne und b. sie mit HZ mal in die Box gestellt wurde für 3 h. Sobald sie einen HZ merkt (sie nimmt dann mit aller Kraft den Kopf nach vorn und prüft sozusagen auf Nachgiebigkeit) bekommt sie panische Angst und ist einfach nur noch kopflos. Das möchte ich nicht provozieren. Aber ohne HZ werde ich es mit Cavalettis versuchen. Der Höhenunterschied durch Cavalettis mit Stangen kombiniert dürfte ja auch ihre Eiligkeit etwas unterbinden. Zur Not bauen wir halt noch welche.
Dachte vielleicht auch an Bodenarbeit im Sinne von Seitengängen oder ähnlichem, aber ich glaube das dient im Schritt eher der Geschmeidigkeit.
Hat jemand vielleicht Erfahrungen mit leichten Joggingeinheiten im Wald? Ich war letztes Mal des erste Mal mit ihr spazieren und sie war sehr brav. Dachte man könnte damit dann vielleicht auch ein bisschen arbeiten. Dann auch im Trab über die tiefen Brandschutzstreifen.
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Re: Muskelaufbau, altes Pferd

Beitragvon Marie♥Camina am 20.01.2018, 18:38

Und leider hat sie wirklich Probleme mit der Anlehnung. Ich stelle eine leichte Verbindung her und sie läuft toll. Im nächsten Moment erinnert sie sich manchmal noch an frühere Zeiten und dann reißt sie den Kopf nach vorn oder hebelt sich raus und trabt einfach an oder legt sich extrem drauf aus dem Nichts. Daher muss ich immer etwas variieren und ihr das Gefühl geben, dass sie dann doch irgendwo bestimmt ob das geht oder eben nicht. Natürlich erzieht mich dann sozusagen das Pferd, aber sobald ich meinen Willen durchsetzen möchte (und das mit weicher Hand) wird sie dann wieder eilig und bekommt Angst.
Also besteht reiten immer aus einer sehr langen Lösephase, dann langsam beginnender Anlehnung, aber mit ganz vielen Unterbrechungen dazwischen, sobald ich merke es wird ihr zu viel. Wir haben es aber schon geschafft, dass sie wirklich mal 5-10 min laufen kann ohne solche Entzugsversuche. Auch das Gebiss nimmt sie nedlich wieder willig an, was vorher gar nicht ging.
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Re: Muskelaufbau, altes Pferd

Beitragvon Romeo am 21.01.2018, 21:21

Meine SB hat mein altes Pferd (damals 23 und über ein Jahr nicht gearbeitet) mit Doppellongenarbeit wieder aufgebaut.
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Re: Muskelaufbau, altes Pferd

Beitragvon dusty am 22.01.2018, 10:03

WENN die Anlehnung korrekt ist, also das Pferd von hinten nach vorne an die hand herantritt, hat das Pferd nur dann "Grund" gegen die Hand zu gehen, wenn diese nicht weich genug agiert- was schnell mal passiert, da schließe ich mich nicht aus. Also der berühmte weich federnde Kontakt Reiterhand- Pferdemaul. Allerdings verliert ein (noch) unausbalanciertes Pferd auch schnell den Kontakt, wenn es irgendwo "strauchelt" und aus "Balancenot" heraus den Kopf anhebt. das hat aber dann wenig mit Angst vor dre reiterhand zu tun, sondern eben mit Balanceproblemen.
Bei der reinen Anlehnung spielt das Zügelmaß eine geringe Rolle.
Wichtiger ist aber tatsächlich die nachgiebigkeit des Pferdes gg der Gebißeinwirkung bzw. allgemein gg der Zäumung- ohne beizäumung kann keine echte Anlehnung entstehen, denn dann ist weder das Genick noch der Hals durchlässig. Pferde, die Probleme im Genick und HWS bereich haben, können das evtl. nicht gut leisten, ebenso Pferde mit wenig ganaschenfreiheit, bei denen sonst die Ohrspeicheldrüse schmerzhaft eingeengt wird. Solche Pferde können NIE in korrekter beizäumung laufen- in einer gewissen Anlehnung aber schon, sofern eben das Genick frei beweglich bleibt.
Überprüfe das- wenn das genick nicht mit leichter Zügeleinwirkung beweglich ist und nachgibt, bringst Du dem Pferd lediglich bei, mit egstrecktem hals auf dre Vorhand zu laufen, was diesem durchaus angenehm ist und keine Widerstand hervorrufen wird.

Was macht die Stute denn, wenn sie gegen den Zügel geht- tickt sie aus, wie äussert sich die Angst ?

Hilfszügel werden heute gerne allgemein verteufelt. Ich möchte mal behaupten, mit Longenkurs und Co ist es nicht wirklich möglich, die HH korrekt zu aktivieren- das geschieht nur dann, wenn das Pferd von hinten gearbeitet wird. Z.b. an der langen leine laufend viele Übergänge und kleine Volten abfordern. Mit simplem auf dem Kreisbogen laufen lassen ist das nur bedingt möglich- eben dann, wenn viele Übergänge und auch Tempounterschiede gefordert werden, aber auch da sind Grenzen gesetzt.

Ich habe tatsächlich Pferde mit Genickproblemen erlebt, bei denen man keine Hilfszügel anwendbar waren. Aber, neben Doppellongenarbeit, ist ein Chambon gerade bei der Longenarbeit mit Pferden die sich gerne nach oben entziehen und festmachen ein guter HZ. Ebenso wie korrekt verschnallte Lauffer. Hilfszügel sollen ja nur den Weg weisen, den Kopf aber nicht in einer ebstimmten Position festziehen.

Ausbinder werden daher auch in der Regel von lang nach kurz verschnallt, wobei man beim Korrekturpferd auch anders vorgehen kann.

Man muß als Ausbilder oft gegen Widerstände des Pferdes arbeiten, umso mehr bei Korrekturpferden.

Aber, ganz ehrlich- nur von 3 h in der Box ausgebunden stehen lassen kriegt kein Pferd einen Schaden fürs leben.....sofern das Pferd nicht in panik gerät und sich z.B. beim Steigen überschlägt oder eben wegen der begrenzung rückwärtsrennt. natürlich find eich solche Methoden völlig daneben, vor allem weil das Pferd dann auch unbeaufsichtigt ist und man Probleme nicht sieht. Aber da erzieht man die Pferde eher zur erlernten Hilfslosigkeit als zu kopflosen Panikern.


Sehr häufig liegen Anlehnungsprobleme auch im Rücken begründet !

man könnte auch über Doppellonge nachdenken, denn die Hand kann doch leichter nachgeben als ein HZ.
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Re: Muskelaufbau, altes Pferd

Beitragvon kolyma am 22.01.2018, 12:01

Anlehnungsprobleme haben aber nicht immer was mit der Reiterhand zu tun - oft sind sie im fehlerhaften Sitz begründet. Sitzt der Reiter nicht gut, wackelt mit dem Oberkörper, sitzt schief, knickt mit der Hüfte ein, muss sich ständig ausbalancieren bringt er das Pferd aus dem Gleichgewicht - der Hals agiert als Balancierstange und der Kopf wird unruhig. Natürlich ist bei einem wackeligen Reitersitz auch die Reiterhand betroffen was das Problem noch schlimmer macht.

Ich longiere mein Pferd auch mit Dreieckern und wenn es sein muss reite ich auch damit. Vor allem weil mein Bub extrem guckig ist - mit Dreieckern läuft er oft konzentrierter was natürlich auch an meiner Unfähgikeit liegt bei seiner Glotzerei schnell genug zu reagieren - das übernimmt quasi der Dreiecker dann für mich.
Unterm Strich kann ich aber sagen hat mein Pferd durch die Arbeit mit Dreieckern deutlich besser und schneller aufgemuskelt. Gerade die Halslinie hat sich wunderbar geformt. So schlecht können die also nicht sein, trotz aller Verteufelei. Richtig eingeschnallt müssen sie sein, das ist klar.

Außerdem hat er durch Dreiecker gelernt sich auch ohne zu tragen. Heute kann ich ihn am Equizaum über den Rücken longieren in guter Selbsthaltung. Ich könnte beschwören, dass er das heute noch nicht könnte, wenn ich alles ohne Dreiecker versucht hätte.
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Re: Muskelaufbau, altes Pferd

Beitragvon Purgatori am 21.02.2018, 19:11

Ich bin auch kein Fan von Hilfszügeln, von daher war für uns (hab auch ein Rückenpferd) die Doppellonge ein gutes Mittelding. Geht mit Gebiss oder Kappzaum, je nachdem, was das Pferd lieber mag.
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Re: Muskelaufbau, altes Pferd

Beitragvon Marie♥Camina am 16.04.2018, 17:37

nach einem Stallwechsel sind wir jetzt endlich auf einem guten Weg. Durch Tierarzt und Osteopathin wurde mir bestätigt, dass meine Omi körperlich absolut gesund ist, nur eben dünn. Sie wird jedoch langsam mehr. Wir longieren viel, aber sie hat auch viel frei, damit sie sich Reserven anfressen kann. Ich glaube also, dass wir bald wieder mehr Rückenmuskel haben und ich dann auch langsam wieder ans Reiten denken kann.

Ach und by the way: ein Pferd kann von 3h in der Box einen Schaden für's Leben bekommen. Sie war schon immer etwas schwieriger im Maul, mit Geduld hat man sie aber schon relativ gut in die Anlehnung bekommen, bis ihr bei der Vorbereitung zur Stutenleistungsprüfung eben so etwas angetan wurde. Seitdem war sie einige Jahre so gut wie unreitbar und hat dadurch nur Fohlen gebracht. Jegliche Versuche eine leichte Verbindung zum Maul aufzubauen wurden mit Kopfschlagen und Losrennen beantwortet. Sie hatte puren Stress und einfach Panik vor dem Gebiss. Ein eh schon sensibles Pferd kann man dadurch schnell mal versauen. Sie ist das beste Beispiel dafür.
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Re: Muskelaufbau, altes Pferd

Beitragvon GilianCo am 17.04.2018, 18:01

Marie♥Camina hat geschrieben:
Ach und by the way: ein Pferd kann von 3h in der Box einen Schaden für's Leben bekommen. Sie war schon immer etwas schwieriger im Maul, mit Geduld hat man sie aber schon relativ gut in die Anlehnung bekommen, bis ihr bei der Vorbereitung zur Stutenleistungsprüfung eben so etwas angetan wurde. Seitdem war sie einige Jahre so gut wie unreitbar und hat dadurch nur Fohlen gebracht. Jegliche Versuche eine leichte Verbindung zum Maul aufzubauen wurden mit Kopfschlagen und Losrennen beantwortet. Sie hatte puren Stress und einfach Panik vor dem Gebiss. Ein eh schon sensibles Pferd kann man dadurch schnell mal versauen. Sie ist das beste Beispiel dafür.



Ich glaube, ich sehe gerade den Zusammenhang nicht - in wiefern hat in Deinem Fall drei Stunden in einer Box das Pferd versaut?
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Re: Muskelaufbau, altes Pferd

Beitragvon dusty am 19.04.2018, 12:19

@ gillian, das Pferd wurde lt Marie mal für 3 h ausgebunden in der Box stehen gelassen. Danach war die Stute wohl "durch". Na ja wenn ich das richtig verstanden habe hat Marie das Pferd damals noch nicht gehört und man hat vorerst dann auch nicht wieder versucht die Stute normal weiterzureiten.
Ich habe schon so meine Vorstellung wie das aussieht, ich würde wirklich gerne mal Fotos sehen sowie Video Longe und unterm Reiter.
Ich habe auch gerade so meine Diskussionen mit einer Stute die ein Anlehnungsprobleme hat. Die rollt sich nämlich gerne massiv auf oder stellt sich alternativ oben hin.
Die kann ich auch nicht klassisch von hinten nach vorn an die Hand heranreiten da sie nicht gleichmäßig durchlässig am Bein ist. Rechts nimmt sie den Schenkel nicht an links macht sie sich ziemlich hohl.
Sie braucht mindestens 45 Minuten bis sie beim Reiten mal locker lässt.
Da reite ich dann wirklich mal mit einem für mich eher ungewohnt kurzen Zügel damit ich überhaupt mal eine Verbindung zum Pferdemaul bekomme.
Dann braucht die auch mal 10 Minuten wie sie dann plötzlich anfängt in den Zügel zu ziehen und die Nase nach vorn zu nehmen. Worauf ich dann mit einer sehr weichen Verbindung weiterreite.
Er sieht halt auch nicht immer schön aus weil die Stute dann auch anfängt zu giraffen. Nach dem Motto "wenn ich nicht hinter den Zügel darf gehe ich über den Zügel. " Da muss man dann halt mit der Zügellänge immer mal nachjustieren. Was über Jahre schief gelaufen kann ich auch nicht mit zwei Sitzungen korrigieren.
Wir brauchen aber auch diese klassische Anlehnung weil dieses Pferd bereits auf A-Niveau Turniere geht und das höher hinaufgehen soll. Da ist auch ordentlich Potenzial vorhanden.
Natürlich lassen wir dabei nicht außer Acht dass wir in erster Linie ein aktives Hinterbein, eine durchlässige Lende, einen schwingenden Rücken und auch eine Durchlässigkeit vom Rücken nach vorn haben möchten. Und genau das bietet die Stute noch sehr rudimentär an. Sie ist schön durchlässig bei Übergängen die kann man fein am Sitz reiten. Auch vieles andere gelingt schon gut am Sitz.

@ marie, locker laufen ist das eine. Aber es gibt einen Spannungsbogen aufzubauen sowohl an der Longe wie auch unter dem Reiter. Das heißt das ganze Pferd macht sich rund. Es hebt dabei die Bauchmuskulatur an. Aber viel wichtiger als das ist es dass sich das Pferd aktiv im Brustbein und Schultermuskulatur anhebt. Und da ist das vorwärts-abwärts Gelatsche leider kontraproduktiv, sofern die Nase über längere Zeit tiefer als das Buggelenk kommt. Und man muss schon sehen bzw spüren ob sich das Pferd federnd in den Extremitäten bewegt. Also nicht schieben oder schlurfen oder wie Storch im Salat.

Mein Spaniokel hat eine herrliche Gangmechanik :lol: hinten breittretend schiebend und vorne paddelt er wie ein Weltmeister. Das ist sowas von kontraproduktiv für eine klassische Anlehnung. Trotzdem hat er durchweg eine gute Aufrichtung, die wir erarbeitet haben, von Natur aus bringt er die nicht so mit, und so kann er ganz gut durchs Genick gehen, das aber meist am losen oder nur leicht anstehenden Zügel. Muskulär hat er sich bombastisch entwickelt in einem Jahr.
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Re: Muskelaufbau, altes Pferd

Beitragvon kolyma am 19.04.2018, 15:05

Marie♥Camina hat geschrieben:
Ach und by the way: ein Pferd kann von 3h in der Box einen Schaden für's Leben bekommen. Sie war schon immer etwas schwieriger im Maul, mit Geduld hat man sie aber schon relativ gut in die Anlehnung bekommen, bis ihr bei der Vorbereitung zur Stutenleistungsprüfung eben so etwas angetan wurde. Seitdem war sie einige Jahre so gut wie unreitbar und hat dadurch nur Fohlen gebracht. Jegliche Versuche eine leichte Verbindung zum Maul aufzubauen wurden mit Kopfschlagen und Losrennen beantwortet. Sie hatte puren Stress und einfach Panik vor dem Gebiss. Ein eh schon sensibles Pferd kann man dadurch schnell mal versauen. Sie ist das beste Beispiel dafür.


Ich glaube eher, dass man jahrelang nix mit ihr gemacht hat und sie ein Fohlen nach dem anderen gebracht hat, hat die Schwierigkeiten verursacht. Man ist ja immer geneigt möglichst spektakuläre Auslöser für so ein Verhalten zu finden. Anlehnungsprobleme kommen aber in der Regel nicht durch einen Vorfall sondern sind das Ergebniss von fehlender Muskulatur. Das Pferd kann sich gar nicht in Anlehnung begeben, weil die körperlichen Voraussetzungen aufgrund von mangelnder körperlicher Fähigkeiten (Dehnungsvermögen, geringe Muskulatur, fehlende Balance) nicht gegeben sind. Anlehnung muss man sich mit dem Pferd über einen längeren Prozess erarbeiten. Es ist aber natürlich sehr einfach zu sagen - die Stute ist traumatisiert und daher geht das jetzt nicht...
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